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Medien

  • In der Rhein-Main-Zeitung der FAZ lasen wir heute, zwei Wiesbadener Fachhochschullehrer hätten nachgewiesen, das Stoßlüften sei zehn- bis achtzigfach wirksamer als "ein zuvor dokumentierter Einsatz einer maschinellen Luftfilterung". Äpfel wurden anscheinend mit Birnen verglichen. Fazit: Äpfel wirken viel schneller.
  • Ich will mich nicht nochmals zu Pseudoforschung und schlechtem Journalismus äußern. Die beiden Professoren haben sicher getan, was mit ihrer Forschungskraft möglich war.
  • Weil ich die Frankfurter Allgemeine Zeitung aber gestern so gelobt habe, sei präzisiert: Die überragende Qualität der Corona-Berichterstattung der FAZ beruht im Wesentlichen auf dem Team um Joachim Müller-Jung und Dr. Sibylle Anderl aus dem Feuilleton der FAZ. Diese Gruppe liefert wissenschaftlich fundierte Berichte. Sie legt ihre Quellen offen. Sie berichtet erstaunlich schnell und journalistisch sauber über Qualitätsforschung. Ehre, wem Ehre gebührt!

Studien

  • Medizinische Studien zu lesen, ist schwer. Da wundert es nicht, dass gern einmal eine Pressemitteilung anstelle der Studie selbst gelesen wird.
  • „Das Risiko, dass sich Kinder in Kitas und Schulen unbemerkt mit dem Coronavirus infizieren und das Virus weitertragen, sei [..] geringer als angenommen“, zitiert die eigentlich gründliche FAZ heute die Passauer Neue Presse. Leider ist das ein ungültiges Zitat.
  • Tatsächlich gibt es die beschriebene Studie noch gar nicht. Eine Studie ist abgeschlossen mit einer Publikation in einer renommierten Fachzeitschrift. Dieser Publikation geht immer eine strenge Prüfung durch Fachkollegen der berichtenden Forscher voraus.
  • In Passau hat man erst einmal nur Daten zusammengetragen. Deren Auswertung möchte man heute Nachmittag vorstellen. Die Fragestellung der Kollegen lautet übrigens nicht, wie gefährlich Kitas und Schulen sind, sondern, wie wahrscheinlich es ist, dass Kinder und Jugendliche (in dem Alter, in dem man typischerweise eine Kita oder eine Schule besucht) unbemerkt von SARS-CoV-2 angesteckt worden sind.
  • Warten wir also erst einmal ab, ob die heutige Auswertung überhaupt jemals in eine namhafte Fachzeitschrift gerät. Und dann lesen wir gründlich, ob das eine prospektive oder eine retrospektive Erhebung war, ob die Studienteilnehmer randomisiert oder durch einen Bias verzerrt in die Studienpopulation gelangten. Prüfen wir, ob die Schlussfolgerungen der Studie aus der Arbeit überhaupt abzuleiten waren. Betreiben wir etwas Biometrie.
  • Wir werden demnächst einmal gründlich darlegen, was eine gute medizinische Arbeit ausmacht, unabhängig von ihrem Resultat.
  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehört übrigens in Sachen Corona neben der New York Times zu den weltweit besten Tageszeitungen am Markt.

Prospektive COVID-19 Kohorte München (KoCo19)

  • Eine bemerkenswerte Studie wird gerade an der LMU in München durchgeführt. In einer aufwendigen Kohortenstudie werden 3000 repräsentativ ausgewählte Teilnehmer über einen Zeitraum von vielen Monaten hinweg auf SARS-CoV-2 und CoVID-2019 untersucht. Solche Studien sind teuer. Sie erfordern auch großen Arbeitsaufwand. Gleichwohl stellen sie die eigentliche Grundlage rationaler Entscheidungen in epidemiologischen Fragestellungen dar.
  • Wir berichten, sobald wir Details kennen.
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