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Schulen schließen: sofort!

SARS-CoV-2 ist ein Krankheitserreger der höchsten Kategorie 4 (von 4) der WHO. In Europa erleben wir gerade die zweite Welle einer Pandemie durch SARS-CoV-2. Auch in Deutschland steigen die Infektionszahlen exponentiell an.

SARS-CoV-2 verbreitet sich durch Tröpfchen beim Spucken, durch Aerosole beim Atmen und als Schmierinfektion. Sperrstunden und Reisebeschränkungen werden verfügt. Im Krankenhaus traten in den letzten Wochen drastische Besuchsbeschränkungen in Kraft. Der Landrat des Wetteraukreises hat Mitte Oktober per Allgemeinverfügung angeordnet, dass sogar während des Unterrichts in Schulen Masken zu tragen sind. Die Bundeskanzlerin hat mehrfach die Verantwortung jedes Einzelnen betont.

Zum Vergleich: HIV als Erreger von AIDS gehört nur in Kategorie 3, weil es eine spezifische Therapie von AIDS gibt. Läuse sind der Kategorie 1 zuzuordnen. In Schulen gibt es immer wieder einmal Läusebefall.

Jedes Kind einer Klasse muss untersucht werden, wenn auch nur ein einziges Kind der Lerngruppe Läuse aufweist. Unter Preisgabe persönlicher Daten muss zu jedem Schüler nach eingehender Untersuchung schriftlich versichert werden, er oder sie sei läusefrei.

Für das Gesundheitsamt des Wetteraukreises rangiert CoVID-19, die tödliche Krankheit, welche bei etwa 20% aller Infizierten durch SARS-CoV-2 hervorgerufen wird, seinem Verhalten nach unterhalb eines Läusebefalls.

Überhaupt nur Kinder in Spuckweite eines PCR-positiven Schülers erhalten eine Auflage: Quarantäne. Sie selbst werden nicht einmal einem eigenen Corona-Test unterzogen, geschweige denn wird die ganze Lerngruppe untersucht. Es gibt auch keine weiteren Untersuchungen. Alle weiteren Schüler und ihre Lehrer haben weiter die Schule zu besuchen, als sei nichts geschehen.

Raten Sie einmal, was mit einer Kirchengemeinde oder einem Sportverein oder einem Altenheim in dieser Situation geschieht.

Ich selbst wurde am 25.10.2020 über einen solchen Fall in einer Schule in Friedberg informiert, für die ich besondere Verantwortung trage.

Ich bat Dr. Reinhold Merbs, den Leiter des Gesundheitsamts des Wetteraukreises in einer e-Mail dringend um Aufklärung.

  • Nach welchen Kriterien untersuchen Sie Mitschüler von Schülern mit positivem PCR-Test auf SARS-CoV-2?
  • Nach welchen Kriterien isolieren Sie?
  • Wann sprechen Sie welche Quarantäneanordnung aus?
  • Unter welchen Umständen und nach welchen Kriterien ordnen Sie Distanzunterricht an?
  • Aus welchem Grund gehen Sie implizit nicht von Aerosolen als Infektionsweg von SARS-CoV-2 in der Schule aus?
  • Was ist Ihr Standard-Kommunikationsprotokoll bei SARS-CoV-2-Nachweis in einer Schule?
  • Welchen Verantwortlichen erreicht man als Mitglied der Schulkonferenz oder der Schulleitung im Ereignisfall am Abend oder am Wochenende (wenn der Unterricht vorbereitet werden muss) und wie?

Angesichts der erheblichen Zweifel in der Elternschaft und bereits umgehender, schädlicher Gerüchte, bat ich ihn höflichst um eine sehr zeitnahe Antwort. In dieser Krise brauchen wir Klarheit, eine wissenschaftliche Basis, Eindeutigkeit und Transparenz.

Nichts geschah.


Am 26.10.2020 um 16.35 Uhr rief ich deshalb den Leiter des Kreisgesundheitsamts in seinem Büro an. Die Sprechzeit sei beendet, erläuterte mir sein Anrufbeantworter. Man sei montags bis donnerstags von 07.30 Uhr bis 16.00 Uhr und freitags von 07.30 Uhr bis 13.00 Uhr zu erreichen. Gerne könne man eine e-Mail schreiben.

Um 16.45 Uhr schrieb ich ihm eine SMS, in der ich angesichts der Vielzahl inzwischen vorliegender Eltern-Anfragen um eine kurzfristige Beantwortung meiner e-Mail vom 25.10.2020 bat. Diese SMS wurde von Dr. Merbs um 16.46 Uhr als gelesen quittiert.

Mehr hörte ich nicht.

Mit dem Schulleiter der betroffenen Schule hatte ich während des Sonntags (25.10.2020) mehrfach Kontakt. Er arbeitete.

Eigentlich mag ich selbst Vergleiche wie den folgenden nicht. Stellen Sie sich bitte trotzdem kurz vor, es sei Krieg und der für Ihre Region zuständige General hätte Dienstschluss nach 16.00 Uhr und am Wochenende sei er nicht verfügbar.

Wir jedenfalls befinden uns in einer Pandemie. Die Amtsärzte sind den Schulleitern gegenüber weisungsbefugt. Wo sind unsere Amtsärzte, wenn man sie braucht?

Unsere Schulen sind ohne jeden technischen Schutz vor Corona. Fetzen aus Stoff vor dem Gesicht sind für unsere Schüler und unsere Lehrer der einzige Schutz vor einer Infektion. Gleichzeitig hält das Gesundheitsamt Corona anscheinend für unbedeutender als Läusebefall.

Unter diesen Umständen ist der reguläre Betrieb unserer Schulen nicht mehr zu verantworten. Schulen müssen unverzüglich geschlossen werden!

Kapitän, gehen Sie sofort wieder an Bord!

  • In den Medien tauchen in den letzten Tagen immer wieder Verantwortungsträger auf, die vor ihrer Verantwortung flüchten.
  • Sie reden CoVID-2019 schön, stellen die Erkrankung wider besseren Wissens als harmlos dar. Berühmte Amtsleiter von Gesundheitsämtern, hochbezahlte Vorsitzende von Ärztevereinigungen, Wirtschaftslobbyisten. Sie sind alle dabei. Mancher von Ihnen brüstet sich sogar noch damit, dass er gerade Gast einer Massenveranstaltung war.
  • Erinnern Sie sich noch an das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia? Der feine Herr Kapitän ging als einer der ersten von Bord.
  • Genau das tun jetzt bemerkenswert viele unserer gewählten und bestimmten Anführer.
  • Wenn Sie einen von ihnen treffen, halten Sie es wie damals der italienische Hafenkommandant. Weisen Sie Ihren Ärztevertreter, Ihren Politiker, Ihren Verantwortlichen an: "Sie gehen jetzt wieder auf Ihr Schiff und sie kommandieren die Evakuierung! Jetzt! Sofort!"
  • Fragen Sie Ihren Bundestagsabgeordneten, warum das Infektionsschutzgesetz (IfSG) nicht geändert werden kann.
  • Fragen Sie Ihren Landrat, wo die Fieberklinik Ihres Landkreises ist, wo die CT-Strecke, wo das Isolationszentrum, wo das SARS-CoV-2-Labor.
  • Fragen Sie Ihren Bürgermeister nach dem Pandemieplan für Ihren Ort.

SARS-CoV-2-Epidemie: Frankfurt gibt Eindämmung auf

Die Infektionskette des sich weiter ausbreitenden Coronavirus kann nach Ansicht des Leiters des Frankfurter Gesundheitsamtes, Prof. Dr. Rene Gottschalk, nicht mehr unterbrochen werden. „Das ist bei der Vielzahl an Fällen nicht zu leisten“, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. Dies sei aber auch „nicht weiter tragisch, weil die Erkrankung nicht schlimm“ sei.

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist die Eindämmung des Coronavirus „machbar und muss höchste Priorität aller Länder bleiben“.

"Ob Konzerte oder Messen stattfinden oder Züge stillstehen, entscheidet nicht der Bund, sondern das örtliche Gesundheitsamt. […] [Die SARS-CoV-2]-Krise offenbart die Schwächen dieses Modells." (Die WELT, 29.02.2020)

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