Kapitulation der Unvernunft

  • Vom kommenden Montag an sind Schüler in Hessen infektiös. Minister Lorz lässt sie ab Klasse 7 nicht mehr in die Schulen und er hält sie von Schulbussen fern. Die Abschlussklassen werden in der Schule in Zukunft mit gebührendem Raumangebot unterrichtet. Schüler der Klassen 1 bis 6 sollen möglichst zu Hause unterrichtet werden.
  • Den Schülern wird dadurch kein Nachteil entstehen. Man wird in den Schulen das Gleiche vermitteln wie über das Internet. Vor zwei Wochen noch war das unmöglich.
  • Wir könnten uns freuen. Unsere Kinder sind keine Infektionsbrücken mehr. Schüler und Lehrer sind nicht mehr ungeschützt in Gefahr.
  • Wir könnten aber auch weinen. Wie viele Menschen sind gestorben, weil die Schulen bislang ungeschützt Infektionsraum gewesen sind? Tausende wurden infiziert und fürs Leben geschädigt, weil die Kultusminister wissentlich falsch behaupteten, Kinder seien nicht gefährdet und nicht infektiös. Schulen, hieß es wissenschaftswidrig, wären unbedeutend in der Pandemie.
  • Es würde viel zu verzeihen geben, hat Bundesminister Spahn gesagt. Ob verziehen werden kann, hängt davon ab, wie lange ab jetzt Wahrheit über politischer Lüge und Vernunft über Unvernunft stehen.

Kritische Phase der Pandemie

  • SARS-CoV-2 lässt sich mit den Methoden der westlichen Länder nicht mehr aufhalten. Aber selbst China kann sich nicht mehr lange sicher vor der Rückkehr größerer Virusmengen sein. Allzuschnell schreitet die Ausbreitung des Erregers derzeit voran.
  • In politischer Not lassen immer mehr Staaten vielversprechende, aber noch nicht vollständig geprüfte Impfstoffe zu.
  • Noch immer fehlt jede Strategie. In kleinen Volksgruppen tritt die Menschheit gegen den global aktiven Erreger an.
  • Den größten Beitrag wissenschaftlicher Erkenntnisse liefert übrigens nicht Deutschland. Großbritannien hält unter allen westlichen Ländern noch am erkennbarsten die Fahne der Wissenschaft hoch. Originalliteratur liest man aber längst nicht mehr nur auf Englisch. Chinesisch wird immer wichtiger.
  • Deutschland liegt nur in puncto sinnlose Vorschriften auf Weltrang 1. Man findet insgesamt nicht einmal zehn sinnvolle Fachblogs in deutscher Sprache zur Corona-Pandemie. Nicht viele Professoren in Deutschland sind in der Krise überhaupt wissenschaftlich produktiv. Wir sollten uns nicht nur vor dem Virus fürchten. Gefährlich für unsere Zukunft sind auch wir Deutsche selbst. Nicht alle? Sie nicht? Zum Glück.

Kontrolle gewinnen

  • Eine ganze Reihe von Wissenschaftlern hat gestern dazu aufgerufen, die Zahl der täglich neu Infizierten europaweit zu senken. Ziel müsse sein, diese Zahl auf 10 pro 1 Million Einwohner zu drücken. Die Kollegen halten wie wir für richtig, schnellstmöglich aus der Phase der Dekompensation zurück in die Phase des Kontrollversuchs zu kommen. Zu den Unterzeichnern gehören nicht Herr Prof. Dr. Dr. Gottschalk vom Gesundheitsamt in Frankfurt, Dr. Gassen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, nicht Prof. Dr. Streeck und auch nicht Prof. Dr. Schmidt-Chanasit.
  • Das öffentliche Leben muss zunächst europaweit einige Wochen lang fast zum Stillstand gebracht werden. In dieser Zeit müssen Schulen, Kindertagesstätten und Verkehrsbetriebe technischen Schutz erhalten.
  • Es bedarf einer klaren Strategie und einer transparenten Kommunikation.
  • Kehren wir in Europa nicht oder nicht gemeinsam in die Phase des Kontrollversuchs zurück, werden wir auch mit Schutzimpfungen im Winter 2021/2022 wieder vor den gleichen Problemen stehen.

Hoffnung im Desaster

  • Für den Fall der Dekompensation haben wir bereits im Frühjahr ein Management-Schema vorgeschlagen, durch das die Zahl der neuen Infektionen drastisch gesenkt werden kann. Es erlaubt ferner den Betrieb der Krankenhäuser im Normalbetrieb. Behandlungen von Nicht-Corona-Erkrankungen müssen nicht verschoben werden.
  • Mindestens so wichtig wie die Trennung von Regelbetrieb und Pandemiebetrieb in der Medizin ist aber die Anpassung der Gesellschaft an die Pandemie. Es bringt nichts, Schulen und Kindergärten einfach nur zu schließen. Die Art des Unterrichts muss angepasst werden. Der Traum von einer Rückkehr in den Lebensmodus von 2019 wird sich auch beim Einsatz erster Impfstoffe als Illusion entpuppen. Die Pandemie dauert, gleiches Regierungshandeln vorausgesetzt, noch annähernd fünf Jahre lang. Jedes Beharren ist falsch. Jede Anpassung lohnt.

Dezember der Dekompensation

  • Für Patienten, die mit Lungenerkrankungen zu versorgen sind, stehen in der Wetterau aber auch in Gießen kaum noch Intensivbetten zur Verfügung.
  • Das Gesundheitsamt kümmert sich nicht mehr um seine Schulen. Die Schulleiter sind in Eigenverantwortung allein gelassen, obwohl nicht sie, sondern allein der Amtsarzt aufgrund des Infektionsschutzgesetzes die Befugnis hat, Klassen oder Schulen zu schließen, wenn Gefahr droht. Inzwischen informiert das Gesundheitsamt nicht einmal mehr unsere Schulen. Die Schulleiter informieren - im Nebel stochernd - das Gesundheitsamt über Fälle und Verdacht. Unser Kreisgesundheitsamt ist für die Schulen faktisch nicht mehr existent.
  • Technischer Schutz wird den Schulen von den Schulbehörden und ihren politischen Anführern verweigert. Pädagogische Pläne des Kultusministers für werthaltigen Pandemie-Unterricht existieren nicht.
  • Der November-Lockdown hat erwartungsgemäß keine Welle gebrochen. Unsere Bundesregierung und die Landesregierungen haben noch immer keine Strategie.
  • Seit Oktober ist zu befürchten, dass wir Anfang Dezember 2020 in Deutschland in die Pandemie-Phase der Dekompensation übergehen.
  • Trotzdem wird niemand eine Schule schließen. Niemand wird den öffentlichen Nahverkehr stoppen. Ein Gewirr aus Feigheit, Verantwortungslosigkeit und Vorschriften verhindert das.
  • Lehrer und Schüler werden weiter in ihre Klassen gehen, weil sie müssen, voller Angst.
  • Kein Politiker hat den Mut, sein Versagen zu bekennen und den Befehl zum Rückzug zu geben. Uns bleibt nur Schiller: "Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl."

Medien

  • In der Rhein-Main-Zeitung der FAZ lasen wir heute, zwei Wiesbadener Fachhochschullehrer hätten nachgewiesen, das Stoßlüften sei zehn- bis achtzigfach wirksamer als "ein zuvor dokumentierter Einsatz einer maschinellen Luftfilterung". Äpfel wurden anscheinend mit Birnen verglichen. Fazit: Äpfel wirken viel schneller.
  • Ich will mich nicht nochmals zu Pseudoforschung und schlechtem Journalismus äußern. Die beiden Professoren haben sicher getan, was mit ihrer Forschungskraft möglich war.
  • Weil ich die Frankfurter Allgemeine Zeitung aber gestern so gelobt habe, sei präzisiert: Die überragende Qualität der Corona-Berichterstattung der FAZ beruht im Wesentlichen auf dem Team um Joachim Müller-Jung und Dr. Sibylle Anderl aus dem Feuilleton der FAZ. Diese Gruppe liefert wissenschaftlich fundierte Berichte. Sie legt ihre Quellen offen. Sie berichtet erstaunlich schnell und journalistisch sauber über Qualitätsforschung. Ehre, wem Ehre gebührt!

Studien

  • Medizinische Studien zu lesen, ist schwer. Da wundert es nicht, dass gern einmal eine Pressemitteilung anstelle der Studie selbst gelesen wird.
  • „Das Risiko, dass sich Kinder in Kitas und Schulen unbemerkt mit dem Coronavirus infizieren und das Virus weitertragen, sei [..] geringer als angenommen“, zitiert die eigentlich gründliche FAZ heute die Passauer Neue Presse. Leider ist das ein ungültiges Zitat.
  • Tatsächlich gibt es die beschriebene Studie noch gar nicht. Eine Studie ist abgeschlossen mit einer Publikation in einer renommierten Fachzeitschrift. Dieser Publikation geht immer eine strenge Prüfung durch Fachkollegen der berichtenden Forscher voraus.
  • In Passau hat man erst einmal nur Daten zusammengetragen. Deren Auswertung möchte man heute Nachmittag vorstellen. Die Fragestellung der Kollegen lautet übrigens nicht, wie gefährlich Kitas und Schulen sind, sondern, wie wahrscheinlich es ist, dass Kinder und Jugendliche (in dem Alter, in dem man typischerweise eine Kita oder eine Schule besucht) unbemerkt von SARS-CoV-2 angesteckt worden sind.
  • Warten wir also erst einmal ab, ob die heutige Auswertung überhaupt jemals in eine namhafte Fachzeitschrift gerät. Und dann lesen wir gründlich, ob das eine prospektive oder eine retrospektive Erhebung war, ob die Studienteilnehmer randomisiert oder durch einen Bias verzerrt in die Studienpopulation gelangten. Prüfen wir, ob die Schlussfolgerungen der Studie aus der Arbeit überhaupt abzuleiten waren. Betreiben wir etwas Biometrie.
  • Wir werden demnächst einmal gründlich darlegen, was eine gute medizinische Arbeit ausmacht, unabhängig von ihrem Resultat.
  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehört übrigens in Sachen Corona neben der New York Times zu den weltweit besten Tageszeitungen am Markt.

Schutz durch Technik im Schulbetrieb

Was Deutschland hilft

Die für heute geplanten Beschlüsse der Regierungen von Bund und Ländern bedeuten das faktische Aus für die Schule Pestalozzis und den öffentlichen Nahverkehr.

In der Beschlussvorlage des Bundes für die Videokonferenz von Kanzlerin Dr. Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder heißt es, der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit deutschlandweit solle nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet sein.

So funktioniert ein Schulbus nicht.

Vielleicht gilt die Beschlussvorlage aber für Schüler und Arbeitnehmer nicht. In diesem Fall wäre eine Art Nichtangriffspakt mit
SARS-CoV-2 nötig, der den Befall von Schülern und Arbeitnehmern in Deutschland ausschließt. Vielleicht sitzt das Virus ja bereits in der um 13.00 Uhr beginnenden Videokonferenz.

Die Beschlüsse bedeuten auch das Aus für weite Teile der Gastronomie. Sie gelten für ausnahmslos alle der gut kontrollierbaren Restaurants. Prof. Karl Lauterbach hat bereits gefordert, auch das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung aufzuheben. Er will kontrollieren lassen, ob es außerhalb der geschlossenen Restaurants zu privaten Bewirtungen kommt.

Was insgesamt wie eine Comedy anmutet, ist ein ernst gemeinter Versuch der Regierenden, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Natürlich geht das so nicht. Was heute beschlossen wird, erzeugt allenfalls Verdruss. SARS-CoV-2 beeindrucken derartige Beschlüsse nicht.

Schulen schließen: sofort!

SARS-CoV-2 ist ein Krankheitserreger der höchsten Kategorie 4 (von 4) der WHO. In Europa erleben wir gerade die zweite Welle einer Pandemie durch SARS-CoV-2. Auch in Deutschland steigen die Infektionszahlen exponentiell an.

SARS-CoV-2 verbreitet sich durch Tröpfchen beim Spucken, durch Aerosole beim Atmen und als Schmierinfektion. Sperrstunden und Reisebeschränkungen werden verfügt. Im Krankenhaus traten in den letzten Wochen drastische Besuchsbeschränkungen in Kraft. Der Landrat des Wetteraukreises hat Mitte Oktober per Allgemeinverfügung angeordnet, dass sogar während des Unterrichts in Schulen Masken zu tragen sind. Die Bundeskanzlerin hat mehrfach die Verantwortung jedes Einzelnen betont.

Zum Vergleich: HIV als Erreger von AIDS gehört nur in Kategorie 3, weil es eine spezifische Therapie von AIDS gibt. Läuse sind der Kategorie 1 zuzuordnen. In Schulen gibt es immer wieder einmal Läusebefall.

Jedes Kind einer Klasse muss untersucht werden, wenn auch nur ein einziges Kind der Lerngruppe Läuse aufweist. Unter Preisgabe persönlicher Daten muss zu jedem Schüler nach eingehender Untersuchung schriftlich versichert werden, er oder sie sei läusefrei.

Für das Gesundheitsamt des Wetteraukreises rangiert CoVID-19, die tödliche Krankheit, welche bei etwa 20% aller Infizierten durch SARS-CoV-2 hervorgerufen wird, seinem Verhalten nach unterhalb eines Läusebefalls.

Überhaupt nur Kinder in Spuckweite eines PCR-positiven Schülers erhalten eine Auflage: Quarantäne. Sie selbst werden nicht einmal einem eigenen Corona-Test unterzogen, geschweige denn wird die ganze Lerngruppe untersucht. Es gibt auch keine weiteren Untersuchungen. Alle weiteren Schüler und ihre Lehrer haben weiter die Schule zu besuchen, als sei nichts geschehen.

Raten Sie einmal, was mit einer Kirchengemeinde oder einem Sportverein oder einem Altenheim in dieser Situation geschieht.

Ich selbst wurde am 25.10.2020 über einen solchen Fall in einer Schule in Friedberg informiert, für die ich besondere Verantwortung trage.

Ich bat Dr. Reinhold Merbs, den Leiter des Gesundheitsamts des Wetteraukreises in einer e-Mail dringend um Aufklärung.

  • Nach welchen Kriterien untersuchen Sie Mitschüler von Schülern mit positivem PCR-Test auf SARS-CoV-2?
  • Nach welchen Kriterien isolieren Sie?
  • Wann sprechen Sie welche Quarantäneanordnung aus?
  • Unter welchen Umständen und nach welchen Kriterien ordnen Sie Distanzunterricht an?
  • Aus welchem Grund gehen Sie implizit nicht von Aerosolen als Infektionsweg von SARS-CoV-2 in der Schule aus?
  • Was ist Ihr Standard-Kommunikationsprotokoll bei SARS-CoV-2-Nachweis in einer Schule?
  • Welchen Verantwortlichen erreicht man als Mitglied der Schulkonferenz oder der Schulleitung im Ereignisfall am Abend oder am Wochenende (wenn der Unterricht vorbereitet werden muss) und wie?

Angesichts der erheblichen Zweifel in der Elternschaft und bereits umgehender, schädlicher Gerüchte, bat ich ihn höflichst um eine sehr zeitnahe Antwort. In dieser Krise brauchen wir Klarheit, eine wissenschaftliche Basis, Eindeutigkeit und Transparenz.

Nichts geschah.


Am 26.10.2020 um 16.35 Uhr rief ich deshalb den Leiter des Kreisgesundheitsamts in seinem Büro an. Die Sprechzeit sei beendet, erläuterte mir sein Anrufbeantworter. Man sei montags bis donnerstags von 07.30 Uhr bis 16.00 Uhr und freitags von 07.30 Uhr bis 13.00 Uhr zu erreichen. Gerne könne man eine e-Mail schreiben.

Um 16.45 Uhr schrieb ich ihm eine SMS, in der ich angesichts der Vielzahl inzwischen vorliegender Eltern-Anfragen um eine kurzfristige Beantwortung meiner e-Mail vom 25.10.2020 bat. Diese SMS wurde von Dr. Merbs um 16.46 Uhr als gelesen quittiert.

Mehr hörte ich nicht.

Mit dem Schulleiter der betroffenen Schule hatte ich während des Sonntags (25.10.2020) mehrfach Kontakt. Er arbeitete.

Eigentlich mag ich selbst Vergleiche wie den folgenden nicht. Stellen Sie sich bitte trotzdem kurz vor, es sei Krieg und der für Ihre Region zuständige General hätte Dienstschluss nach 16.00 Uhr und am Wochenende sei er nicht verfügbar.

Wir jedenfalls befinden uns in einer Pandemie. Die Amtsärzte sind den Schulleitern gegenüber weisungsbefugt. Wo sind unsere Amtsärzte, wenn man sie braucht?

Unsere Schulen sind ohne jeden technischen Schutz vor Corona. Fetzen aus Stoff vor dem Gesicht sind für unsere Schüler und unsere Lehrer der einzige Schutz vor einer Infektion. Gleichzeitig hält das Gesundheitsamt Corona anscheinend für unbedeutender als Läusebefall.

Unter diesen Umständen ist der reguläre Betrieb unserer Schulen nicht mehr zu verantworten. Schulen müssen unverzüglich geschlossen werden!

Kontrollverlust

  • Die Gesundheitsämter Deutschlands haben fast flächendeckend die Kontrolle über den Infektionsverlauf von SARS-CoV-2 verloren. Das war zu erwarten. Die deutsche Methodik der Kontaktverfolgung war von Anfang an untauglich zur Bewältigung einer exponentiellen Virus-Ausbreitung.
  • Wir befinden uns in der Phase der Schadensbegrenzung. Unsere Bundesregierung und die Landesregierungen haben hiergegen keine Strategie. Aus diesem Grund ist zu befürchten, dass wir Anfang Dezember 2020 in die Phase der Dekompensation übergehen.
  • Vier kapitale Fehler wurden gemacht:
  • Anstelle einer biologisch-technischen Strategie setzte die Bundesregierung im Frühjahr auf ein philosophisch-soziologisches Abwehrkonzept ("Hammer and Dance"). Ziellos wurde das öffentliche Leben zum Stillstand gebracht. Grundrechte wurden verletzt, Gesetze gebrochen, die Solidarität der Gesellschaft wurde zerstört.
  • Es wurde mit Lügen und Halbwahrheiten regiert. Nicht der Schutz der Gesundheit, sondern der Schutz der Reputation führender Politiker stand im Mittelpunkt. Statt Schulen und Universitäten so umzugestalten, dass sie Pandemie-tauglich werden, erließ man Pseudo-Hygiene-Verordnungen im Drei-Tages-Takt.
  • Als sich im Volk Widerstand regte, als sich vernünftige Bürger, Querdenker, Esoteriker, Spinner und Radikale organisierten, warf man sie alle in einen Topf. Sinnvolle Kommunikation fand fast gar nicht mehr statt. Wo man Gemeinschaft gebraucht hätte, spaltete man. Verbriefte Grundrechte blieben verweigert, aber ein zusätzliches Pseudo-Grundrecht wurde eingeführt: das vermeintliche Menschenrecht auf Pauschalurlaub im Sommer 2020. Dies war Fehler 3. Er führte zum inneneuropäischen Infektionszahlausgleich.
  • Statt jetzt Schulen zu schließen und den öffentlichen Nahverkehr zu drosseln, pferchte man Lehrer und Schüler ohne jeden technischen Schutz in Massen-Lehranstalten. Nicht einmal den Infektionsverlauf nach den Sommerferien wartete man ab. Das war Fehler 4.
  • Selbstbetrug ersetzte Selbstkritik. Wer sich in einer Kirche oder auf einer Feier infizierte, konnte seine Kontakte benennen. Wer im Schulbus fuhr, konnte das nicht. Also behauptete man beim Robert-Koch-Institut, private Feiern seien das Problem, ungeschützte Schulen wären es nicht. Was ich nicht nachweisen kann, gibt es nicht? Erst Anfang Oktober 2020 machte der Hessische Kultusminister einen Teilrückzug. Ab sofort durften Schüler ab Klasse 8 im Schnitt ein Viertel ihres Unterrichts zu Hause wahrnehmen. Erst Mitte Oktober zogen die Landräte die Notbremse. Jetzt plötzlich mussten Schülergesichter auch im bisher als ungefährlich geltenden Unterricht Maske tragen.
  • Deutschland war mit Glück und trotz schlechter Regierung durch die erste Phase der Pandemie gekommen. Jetzt wird es ernst. Dank des Regierungsversagens während der ersten Welle und dank des Kommunikationsdesasters auch in großen Teile der Medien, glaubt ausgerechnet jetzt, zu Beginn der zweiten Welle, gut die Hälfte der Bevölkerung gar nichts mehr.
  • Achten Sie ab jetzt nicht mehr auf die täglichen Zahlen positiver Corona-Tests. Achten Sie auch nicht auf die Belegung der Intensivbetten. Beides nutzt Ihnen nicht. Benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand. Nehmen Sie ein altes Mathebuch, Kapitel Exponentialfunktion.
  • Bleiben Sie, wann immer es möglich ist, in diesem Winter zu Hause. Benutzen Sie nicht den ÖPNV. Fliegen Sie nicht.
  • Weder "Alltags"masken noch Visiere noch OP-Masken schützen vor einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Politik versagt

  • Die Ministerpräsidenten aller Bundesländer und die Bundeskanzlerin tagten am 14.10.2020 in Berlin. In dieser Runde einigte man sich auf Beschränkungen des privaten Umgangs und auf Restriktionen für die Gastronomie.
  • Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet. Der ÖPNV wurde vom Berliner Bürgermeister Müller in der Pressekonferenz am Abend ausdrücklich als „gut kontrolliert“ bezeichnet. Das grenzt an Realitätsverlust.
  • Die exponentielle Verbreitung von SARS-CoV-2 in Deutschland wird durch die Beschlüsse der Regierungsrunde nicht verhindert werden. Unsere politischen Führer wirken hilflos. Die Gesundheitsämter verlieren die Kontrolle über die zweite Welle.
  • Bitte ergänzen Sie in den nächsten Tagen Ihre Vorräte und Ihre Medikamente. Rechnen Sie mit vielen Kranken auch in Ihrem persönlichen Umfeld und mit exorbitant hohen Kosten für unser Land. Bleiben Sie in diesem Winter zuhause, wann immer Ihnen dies möglich ist.

Schulen als Katalysatoren der Pandemie

  • Hunderte von Schülern Schulter an Schulter im öffentlichen Nahverkehr, drangvolle Enge in den Schulen, keinerlei technischer Schutz: das ist bislang die Realität im deutschen Schulsystem. Die Schule war der wesentliche Katalysator der Corona-Welle 2 in Deutschland.
  • Nun lenkt Hessens Kultusminister ein. Für die Dauer der Corona-Pandemie kann der Präsenzunterricht an beruflichen Schulen, in der Sekundarstufe II sowie in besonderen Fällen auch in den Klassenstufen 8 bis 10 der allgemein bildenden Schulen auf Basis des Hessischen Schulgesetzes durch digital-gestützten Distanzunterricht ersetzt werden. Dabei gilt eine Obergrenze von 25 Prozent der Unterrichtsstunden und für die Berufsschule von 50 Prozent.
  • Der digital-gestützte Distanzunterricht wird auf freiwilliger Basis eingerichtet und setzt die Zustimmung der schulischen Gremien und des Schulträgers sowie eine entsprechende technische Ausstattung der Schulen und ihrer Schülerinnen und Schüler voraus. Sind alle diese Anforderungen erfüllt, prüft und genehmigt das Kultusministerium die Anträge.
  • Sie sind spät, Herr Kultusminister! Hoffentlich gelingt die Korrektur Ihres Fehlers noch. Auf die Schulkonferenzen Hessens kommt jetzt viel Arbeit zu.

Welle zwei in Sicht

  • In einigen Jahren wird man feststellen, dass es falsch war, während der Pandemie in Deutschland am Fetisch des Präsenzunterrichts in Schulen festzuhalten, wie ihn Pestalozzi vor fast drei Jahrhunderten erfand.
  • Am Ende der Sommerferien 2020 sagte ich voraus, dass es Ende Oktober in Deutschland erste Probleme mit SARS-CoV-2 geben würde. Meine Hypothese lautete: Durch das Festhalten am herkömmlichen Schulbetrieb und der damit einhergehenden, gemeinsamen Nutzung des ÖPNV durch tausende Schüler verschiedener Schulen wird deutschlandweit eine Vielzahl nicht erkennbarer Cluster an Infizierten erzeugt. Leider kommt es jetzt anscheinend genau so.
  • Ende Oktober wird fast kein Gesundheitsamt mehr in der Lage sein, den Infektionsverlauf in seinem Sprengel zu kontrollieren. Dies hat dann nichts mehr mit der bekannten Untauglichkeit des praktizierten Verfahrens oder mit einem Mangel an Personal zu tun. Das Problem wird erkenntnistheoretisch und mathematisch sein.
  • Ich empfehle allen Patienten, ab jetzt wieder einen Vorrat an Dauermedikamenten für 180 Tage anzulegen. Ergänzen Sie auch Ihre übrigen Vorräte auf das Niveau von Februar 2020.

Welle zwei

  • Europa steht am Beginn der zweiten Infektionswelle durch SARS-CoV-2.
  • Deutschland hat eine derartige Welle nie erlebt. Wir sahen - um im Bilde zu bleiben - im Frühjahr 2020 einen minimal erhöhten Wasserstand.
  • Achten Sie nicht zu sehr auf die Zahlen positiver PCR-Tests. Ein positiver PCR-Test indiziert nicht immer eine Infektion. Gerade in Deutschland erlebten wir in den letzten Wochen das Phänomen falscher Positivität. Patienten mit einem positiven PCR-Test waren zumeist gar nicht infiziert. Das wird sich ändern. Die Prävalenz in Deutschland ändert sich.
  • Deutschlands weiterführende Schulen ohne Schutz durch Technik (UV-Strahler, Klimaanlagen, Kohlendioxid-Warnsysteme) zu betreiben, war und ist fahrlässig. Längst gibt es Anzeichen vieler Cluster aus diesem Bereich. In absoluten Zahlen ist der Anteil der Infizierten unter allen Menschen in Deutschland zum Glück noch immer sehr gering.
  • Woran erkennen wir, ob die zweite Welle uns gerade trifft? Vielleicht haben wir Glück und auch sie geht wieder an uns vorbei. Achten Sie in den kommenden Wochen auf die Anzahl stationär behandelter CoVID-19-Patienten, insbesondere in der Intensivmedizin. Die "PCR-Teststrategie" Deutschlands mag den Behörden helfen. Ihnen und uns persönlich hilft sie nicht.

Gefährden die Kultusminister Deutschland?

  • Ab Montag öffnen auch in Hessen wieder alle Schulen, als sei die Corona-Pandemie vorbei. Abstandsgebote sind außer Kraft gesetzt. Von angemessener Durchlüftung kann in fast keinem Klassenraum die Rede sein. Kinder und Lehrer werden durch unangemessene Masken-Verwendung auch gesundheitlich gefährdet, wo SARS-CoV-2 sie nicht erreicht.
  • Jugendliche zwischen zwölf und achtzehn Jahren sind in Bezug auf SARS-CoV-2 infektiöser als Menschen in anderen Altersgruppen.
  • Bildung wird Nebensache sein. Alles dreht sich nur noch um die Pandemie. Wann wird meine Schule wieder schließen? Bin ich schuld an den Corona-Fällen meiner Schule? Warum soll ich in der Bahn Abstand halten, wenn er in der Schule nicht notwendig ist?
  • Dummheit und Faulheit und Scheu vor Verantwortung, wohin man in der Ministerriege blickt? Es lief nämlich gar nicht schlecht, als der "Lockdown" begann. Lehrer entwickelten ungeheuere Kreativität. Die meisten Schüler waren sogar produktiver als zuvor. Klar gab es Lehrerversagen. Klar gab es Schüler, die gar nichts lernten. Gibt es diese Phänomene sonst wirklich nie?
  • Die Kultusminister hatten die Aufgabe, das Bildungssystem pandemiefest zu machen, krisensicher. Nichts dergleichen haben sie getan. Nun werden Angst und Unsicherheit den Schulalltag prägen. Die Infektionszahlen werden dramatisch steigen. Viele heute nur leicht erkrankte Schüler erwartet vielleicht ein kurzes Leben. Sie fielen dem Gesundheitswesen 2020 nicht zur Last. Aber das vorzeitige Altern nach CoVID-19 hielt niemand mehr auf.
  • 79 Jahre wird man derzeit in Deutschland durchschnittlich alt. Vielleicht erinnert sich eines Tages ein CoVID-19-Schüler an diesen Blog, falls er entdeckt, dass das Durchschnittsalter in Deutschland im Jahr 2070 auf 60 Jahre gesunken ist.
  • Die Kultusminister spielen mit der Zukunft der Kinder. Und sie setzen fahrlässig die Gesundheit aller Menschen in Deutschland aufs Spiel.

Mutation von SARS-CoV-2

  • In Japan wurde eine SARS-CoV-2-Mutation mit einem Variationsniveau von mehr als 20 Prozent beschrieben. Dies könnte dazu führen, dass Impfstoffe, derzeitige Behandlungen und Virustests unwirksam werden.
  • Die am Mittwoch veröffentlichte Studie des japanischen Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten ergab, dass der europäische Virusstamm des Virus seit Ende Mai in dem Land zurückgegangen ist. In Tokio und bald auch in anderen Teilen des Landes wurde vor allem die mutierte Version des Virus gefunden. Man gehe davon aus, dass die meisten der aktuellen Patienten in Japan nach der Mutation des Virus infiziert wurden, berichteten lokale Medien.

Ist Corona vorbei?

  • Nach den Sommerferien findet in Hessen wieder der aus dem 19. Jahrhundert bekannte Schulunterricht statt. Mit der "Hygiene"-Verordnung vom 24.07.2020 hat das Hessische Kultusministerium alle vormaligen CoVID-19-"Risikogruppen" abgeschafft. Ohne den andernorts stets geforderten Mindestabstand sollen ausnahmslos alle Schüler und ausnahmslos alle Lehrer wieder nach dem Modell von Pestalozzi in den Schulgebäuden sein. Nur Schwangere können hierauf nicht verpflichtet werden.
  • Immer klarer wird indessen, dass Zwölf- bis Achtzehnjährige sogar infektiöser sind als Erwachsene oder Kinder.
  • Warum unter diesen Umständen keine Partys und keine Fußball-Events und keine Demonstrationen stattfinden dürfen, ist den meisten Deutschen längst nicht mehr zu vermitteln. Behelfsmasken werden mehrfach und an allen nur möglichen Positionen im Gesicht getragen. Die Nase ragt als "Coronazinken" meist darüber hinaus. Verkäufer tragen in der Regel gar keine Maske mehr. Ein Plexiglasschild vor dem Gesicht genügt.
  • Während der Sommerferien erleben wir eine Art Europäischen Infektionszahlausgleich.
  • Pandemievorsorge auf politischer Ebene findet nicht statt.
  • Wenn kein Wunder geschieht, steht uns ein bitterer Herbst bevor. Eine "zweite Welle" erwartet uns nicht. In Deutschland gab es bislang noch gar keine erste Welle, wie etwa in Italien, in Frankreich, in Spanien oder in Großbritannien. Deutschland erlebt den Pandemie-Teil von Corona im Herbst 2020 im Grunde zum ersten Mal. Ohne Reserven, ohne Plan.

Polizei statt Luftfilter

  • Mit der Polizei will der RMV durchsetzen, dass alle Fahrgäste, Mund und Nase bedecken. Dies berichtete am 05.06.2020 die hessenschau. Eigene Maßnahmen zur Sicherung der Gesundheit der Fahrgäste hält der RMV aber nicht für erforderlich. Auf unsere Anfrage hin sah sich der RMV weder für die Klimaanlagen in seinen Bussen und Bahnen noch für den Einsatz virenhemmender Hepa-Filter in seinen Fahrzeugen zuständig.
  • SARS-CoV-2 verbreitet sich über die Luft. Nur das kombinierte Tragen von FFP-3-Masken und Schutzbrillen bietet einen wirksamen Schutz. Klimaanlagen und geschlossene Räume sind ein erhebliches Problem.
  • Von der Benutzung des RMV während der Pandemie raten wir ab.

Was geschehen ist

  • Wir haben den Anfang der Corona-Pandemie für Sie nachgezeichnet. Kehren Sie am besten einmal pro Woche hierhin zurück. Geschichte ist nämlich niemals zu Ende erzählt. Neue Informationen flechten wir ein. Scheinbar Altbekanntes sieht auf einmal ganz anders aus.
  • "Wer denkt, die Welt werde jemals wieder so wie früher, der irrt." So schrieb Cees Noteboom in der heutigen NZZ. "Denn auch wenn es demnächst vielleicht wieder ein bisschen so aussieht wie früher, es ist etwas passiert, was sich nicht mehr vergessen lässt, allein schon, weil es in langen Zeiten der Stille in vielen Köpfen gespeichert wurde, wo es lange umhergeistern kann wie alle Träume und Albträume."

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

  • Labore sollen ab jetzt Untersuchungsergebnisse aller Menschen an die Gesundheitsämter weitergeben, die auf SARS-CoV-2 sowie das seit 2002 bekannte SARS-Coronavirus getestet werden – also auch die negativen Testergebnisse. Die Labore sollen den Namen und das genaue Geburtsdatum des jeweiligen Betroffenen zwar pseudonymisieren, aber den Geburtsmonat sowie das Geschlecht und den Wohnort übermitteln. Betroffen sein könnten hiervon langfristig wohl Millionen Menschen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Kelber sieht hierbei einen Eingriff in die Grundrechte einer „eklatanten Anzahl von Betroffenen“, wie er mitteilte. Die Grundlage, auf der dieser Eingriff erfolgen solle, sei nicht ersichtlich. Er halte ihn deshalb weder für erforderlich, noch für verhältnismäßig.
  • Kelber zufolge handelt es sich auch bei in einer nicht-namentlichen Meldung enthaltenen Angaben noch immer um personenbezogene Daten. Demnach sind diese besonders schützenswert. „Die dürftigen Angaben in der Begründung deuten darauf hin, dass eine rein statistische Erfassung den Zweck ebenso erfüllen würde“, schrieb der Datenschützer.
  • In seiner Stellungnahme sprach er zudem einen Punkt an, der in Frage stellt, ob die Regelung derzeit überhaupt sinnvoll umgesetzt werden kann. Denn womöglich wird sie Gesundheitsbehörden vor massive Probleme stellen. Mehr als 90 Prozent aller Coronavirus-Tests fielen nach Angaben des Robert Koch-Instituts derzeit negativ aus, so Kelber. „Eine Meldepflicht würde also zu einer enormen Zunahme der Meldungen führen.“

Kinder und Covid-2019

  • Kinder sind von CoVID-2019 genauso betroffen wie Erwachsene. Das Bild der Ersterkrankung sieht bei ihnen aber anders aus.
  • Es gibt auch ein Folgeproblem.
  • Ist es also richtig, Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen? Lesen Sie und urteilen Sie selbst. Oder urteilen Sie nicht. Die Datenbasis zur Meinungsbildung ist dünn. Das war sie für unsere Kollegen in Wuhan im Dezember 2019 allerdings auch.

Herdenimmunität

Schutzimpfungen

  • Solange es keinen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 gibt, wird die durch dieses Virus ausgelöste Pandemie nicht beendet sein.
  • Weil uns allen dieses Thema so sehr unter den Nägeln brennt, stellen wir heute Informationen zu Schutzimpfungen gegen SARS-CoV-2 bereit.

Krise der Wissenschaft

  • Das SARS-CoV-2-Problem geht in den 6. Monat. Die SARS-CoV-2-Pandemie ist bald ein Vierteljahr alt.
  • Viele Menschen haben unter den Folgen der Pandemie heftig gelitten. Mit Entsetzen sehen wir die Folgen für Menschenrechte, Bildung, Freiheit, Jurisprudenz, Wirtschaft und Demokratie.
  • In ihrer Angst werden Bürger zu Untertanen. Sinnlose Scheinhandlungen nehmen sie vor. Vom 25.04.2020 an ist Maskerade in der U-Bahn und beim Einkauf Pflicht.
  • Wie bedeutsam das Virus medizinisch ist, wissen wir aber immer noch nicht.
  • Was der PCR-Test von Christian Drosten nachweist, ist selbst nach den drei Monaten seines weltweiten Einsatzes unklar: RNA oder Infektionen, SARS-CoV-2 oder SARS-CoV-1, identische Probleme für Menschen, Löwen und Tiger, Zweitinfektionen, diverse Fledermausviren, andere Coronaviren, fehlende Immunität?
  • Antikörpertests sind noch nicht etabliert. Sie zu entwickeln ist schwieriger als der Aufguss alter PCR-Tests.
  • Nur in Bonn und in München werden derzeit repräsentative epidemiologische Studien durchgeführt.
  • Nur in Baden-Württemberg will man KiTa-Kinder untersuchen.
  • Nur in Hamburg hat man systematisch obduziert.
  • Kaum ein Universitätsinstitut für Infektiologie, Epidemiologie, Allgemeinmedizin hat sich in Deutschland überhaupt mit Studien zur Pandemie zu SARS-CoV-2 befasst.
  • Vielleicht werden wir im Juli die berühmte zweite Welle des Professors Drosten haben: viele tausend Tote in Deutschland, das Ende unseres Gesundheitssystems.
  • Vielleicht stellt sich SARS-CoV-2 im Rückblick aber auch als ein überschätzter Krankheitserreger dar. Wir hatten das schon bei SARS-CoV-1 und bei der Schweinegrippe.
  • Vieles ist unklar. Klar ist aber, die Wissenschaft hat versagt.
  • Politische Entscheidungen werden in Deutschland auch deshalb auf dem Niveau der Wahl zwischen Erdbeer- und Zitroneneis getroffen.
  • Jens Spahn spricht schon heute von "Verzeihung" statt von Aufklärung. Er weiß, warum.
  • Wir haben viel verloren in den letzten Monaten. Politiker, Universitätswissenschaftler, hochbezahlte Helden der Talkshows: So kann das nicht weiter gehen!

Kein Experiment mit Viertklässlern in Hessen

Die Schulpflicht für Viertklässler in Hessen wurde am Freitag vorläufig außer Kraft gesetzt. Das ging aus einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel hervor. Die Richter gaben dem Eilantrag einer Schülerin aus Frankfurt Recht, der sich gegen eine Landesverordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie richtete. Die Viertklässler würden im Vergleich zu Schülern, denen aus Gründen des Infektionsschutzes der Schulbesuch bis zum 3. Mai weiter untersagt werde, ohne hinreichenden Grund ungleich behandelt und somit in einem Grundrecht verletzt. Die Entscheidung gilt für Schüler der 4. Jahrgangsstufe der Grundschulen, von Sprachheilschulen und von Schulen mit den Förderschwerpunkten Sehen oder Hören. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Aktenzeichen: 8 B 1097/20.N)

Kein Lob der Politik

  • Wir müssen in Deutschland entweder versuchen, aus der aktuellen Phase der Schadensbegrenzung in die Phase der Kontrolle der Epidemie zurückzukehren oder wir müssen vorgehen nach dem Motto "Augen zu und durch". Alle Grundrechte aufzugeben, die Wirtschaft zu ruinieren, jedes normale gesellschaftliche Leben zu opfern und jegliches Handeln in den nächsten Jahren immer nur an der Zahl freier Intensivbetten auszurichten, ist unmenschlich und es ist unsinnig zugleich.
  • Die Pandemie wird erst enden, wenn 60-70% aller Menschen immun sind gegen SARS-CoV-2. Auf "Herdenimmunität" zu setzen und gleichzeitig die Geschwindigkeit der Neuinfektionen zu bremsen, erfordert bestenfalls fünf, vermutlich aber 78 Jahre Zeit! Auf Impfstoffe zu setzen, erfordert bestenfalls zwei, vermutlich aber bis zu fünf Jahre Zeit. Das schaffen wir nicht, wenn wir weitermachen wie in den letzten vier Wochen.
  • Also Augen zu und durch? In etwa acht Monaten wäre die Pandemie zu Ende. Bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland wären tot.
  • Oder zurück zur Phase, in der die Epidemie noch kontrollierbar war? Das geht nur, wenn wir Deutschland ab jetzt für etwa zwei Monate fast total still stehen lassen. In dieser Zeit muss ein echtes Virus-Kontrollsystem aufgebaut werden. Die CovID-2019-Versorgung muss vom übergroßen Rest der Medizin abgetrennt werden. Wir fangen danach einfach nochmal von vorne, sozusagen in einem zweiten Februar 2020 an, jetzt aber cleverer.
  • Keinesfalls dürfen jetzt wieder Schulen für Pseudounterricht geöffnet werden. Keinesfalls stecke man Kinder und Jugendliche jetzt wieder in den öffentlichen Nahverkehr. Das ist auch unnötig. Die Pandemie wird noch Jahre dauern. Man baue das Schulsystem jetzt bitte pandemie-resistent um. Das Schulsystem alter Prägung hat ausgedient.
  • Für die Handlungen und die Planlosigkeit von Bundesregierung und Hessischer Landesregierung gibt es angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse keine Rechtfertigung mehr. Wir können nicht weitermachen wie bisher.

Sinn und Verstand

  • Beschränkungen des öffentlichen Lebens sind sinnvoll, wenn man am Beginn einer Pandemie durch einen völlig unbekannten Krankheitserreger steht. Sie verschaffen Zeit, die man zur Verbesserung der Infrastruktur, zur Beschaffung von Ausrüstung und Verbrauchsmaterial und zur Ausbildung von Teams, Zentren und Spezialisten nutzen kann. Sehr wichtig ist, dass dies alles nicht panisch oder heldenhaft, sondern besonnen und wissenschaftlich geschieht. Auch unser eigener Pandemie-Management-Plan sieht eine auf etwa sechs Wochen begrenzte, erhebliche Beschränkung des öffentlichen Lebens vor.
  • Identifiziert man eine Gruppe von Menschen mit besonders hohem Risiko für einen schweren Verlauf, gebietet die Menschlichkeit deren besonderen Schutz. Da ist es gerechtfertigt, Enkel und Großeltern zu bitten, für eine Weile keinen unmittelbaren Kontakt zu haben. Ihnen den Kontakt zu verbieten, wenn sie ihn einvernehmlich wünschen, ist etwas anderes. Die Großeltern im Pflegeheim einsam sterben zu lassen, will gut begründet sein. Senioren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu untersagen, erfordert einen starken Grund. Kennen wir ihn?
  • Wir glauben im Moment zu sehen, dass Deutschland deutlich besser in der Durchsetzung von Verboten als in der Erforschung von CoVID-2019 ist.
  • Fast alle relevanten Fragen zu SARS-CoV-2 sind ungeklärt. Die weltweite Verbreitung dieses Virus geht nunmehr in den vierten oder sogar den fünften Monat. Wissenschaftliche Studien gibt es kaum. Fachpublikationen, von uns akribisch verfolgt, liegen zumeist unter Tageszeitungs-Niveau. Wie kann das sein?
  • In Deutschland fehlt nach wie vor jede offizielle Strategie zur Pandemie. Man "fährt auf Sicht" in einer "dynamischen Entwicklung", was als eine elegant wirkende Umschreibung planlosen Taktierens ist.
  • Gleichzeitig werden natürliche Menschenrechte beschnitten. Kaum jemand darf noch arbeiten. Unsere Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt. Geld wird gedruckt und verteilt. Da niemand sagen kann, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage dies geschieht, kann auch niemand sagen, auf welcher Sachgrundlage das jemals wieder aufhören wird.
  • Wir alle müssen uns immer wieder fragen, auf welcher Basis wir Entscheidungen treffen. Was wissen wir wirklich? Was wissen andere?
  • Wenn wir erkennen, dass unsere Anführer blind sind, warum folgen wir ihnen, statt sie selbst an die Hand zu nehmen?
  • Trennen wir endlich die medizinische Normalversorgung von der Pandemie-Versorgung. Konzentrieren wir die Schutzausrüstung bei den gegen die Pandemie Tätigen!
  • Führen wir Virus-Tests nach den Grundsätzen der Marktforschung durch! Gewinnen wir einen Überblick! Führen wir zu allen Fragen wissenschaftliche Studien durch!
  • Schluss mit Panik! Schluss mit Heldentum!

Ein Desaster

  • In Deutschland werden bislang etwa 3% alle nachgewiesenermaßen mit SARS-CoV-2 Infizierten auf der Intensivstation behandelt. Das wird nicht so bleiben. Aus Italien, aus Frankreich und aus China wissen wir, es werden fast 10% aller Infizierten sein. Wir folgen mit allen Zahlen unseren Nachbarn in Italien und in Frankreich.
  • Im Moment haben wir vermutlich 71000 nachgewiesen Infizierte. Es ist unklar, wie lang die Zeitspanne zwischen Infekt-Diagnose und Aufnahme auf die Intensivstation im Schnitt ist. Erwarten Sie in den nächsten zwei Wochen aber weitere 5500 Intensivpatienten mit CoVID-2019 in Deutschland. Wenn dies so kommt, sind Mitte Mai alle Intensivbetten belegt.
  • Etwa 20% der CoVID-Intensivfälle erleiden ein Lungenversagen (ARDS). Wir erwarten also zunächst 1400 langfristig Beatmete im April 2020. 85% von ihnen werden innerhalb der folgenden drei Monate sterben. Viele, die überleben, tragen schwere Lungenschäden davon.
  • Ohne einschneidende Veränderungen wird unser Gesundheitssystem noch bis Ende Mai funktionieren.
  • Dies ist keine Neuigkeit. Alles steht bereits seit zwei Monaten in allen Fachzeitschriften. Auch der Aufruf zu strategischem Handeln ist nicht neu.
  • In Berlin werden jetzt Isolationszentren gebaut. Das Klinikum rechts der Isar in München ist sogar schon einsatzbereit. Hessen folgt irgendwann nach.

Борьба с пандемией

  • Наши российские коллеги и их пациенты потрясены пандемией SARS CoV-2 не менее нас и наших пациентов.
  • Но вирус не ждёт визу и проникает в страну без заграничного паспорта. Люди всего мира должны помогать друг другу во время пандемии ещё больше, чем когда либо прежде. Поэтому мы делимся с вами нашим планом мер для борьбы с пандемией на русском языке с целью победить вирус совместными усилиями и никогда не забывать о том, что мы все сёстры и братья.
  • Здесь вы можете найти нашу страницу на русском языке.
  • Heute stellen wir unseren Pandemie-Management-Plan offiziell auch für unsere Kolleginnen und Kollegen in Russland bereit. (Herzlichen Dank an Victoria Wozar, Joy Garcia, E.G., E.P.) Mögen wir die Pandemie weltweit gemeinsam überwinden!

Fallzahl wächst weiter exponentiell

  • Die Anzahl der Infizierten in Deutschland wächst weiterhin exponentiell.
  • Bereits kurz nach Ostern wird das Gesundheitswesen in Deutschland nicht mehr leistungsfähig sein, sofern dieses Wachstum nicht beendet wird (Sonderfall "Dekompensation").
  • Es ist für Ärzte jeder Fachrichtung an der Zeit, sich mit den Methoden und Prozeduren der Notfallmedizin wieder vertraut zu machen. Wir laden alle Ärzte und alle Pflegekräfte, die in Rosbach wohnen, auch wenn sie nicht in Rosbach arbeiten, zu einer gemeinsamen Vorbereitung ein.
  • Wir bitten alle Patienten der Kategorie D4 und auch deren engste Angehörige (Mitbewohner), vorläufig auf persönliche Kontakte zu Menschen außerhalb strukturierter Gesundheitsversorgung zu verzichten. Patienten der Kategorie D3 sollten von Einkäufen absehen. Allen Patienten könnte es nutzen, von vielen anderen Menschen verwendete Eingabegeräte (PIN-Tastatur bei Kartenlesegeräten) und Griffe von Einkaufswagen nicht mehr ungeschützt berühren.
  • Vor allen Hausbesuchen findet bei uns ab jetzt eine strukturierte Befragung statt.
  • Bitte beachten Sie unsere weiteren Hinweise zu SARS-CoV-2 und CoVID-2019.
  • Bitte machen Sie sich auch nochmals mit unserem Praxisbetrieb während der Epidemie vertraut.

Deutschland vor Maximalschaden

  • Deutschland wird mit einem Maximalschaden aus der SARS-CoV-2-Pandemie heraustreten, wenn wir weiterhin keine Strategie einsetzen.
  • Gestern lernten wir, dass es bereits Patienten ohne CoVID-2019 gibt, deren notwendige Therapie dem Primat des freien Intensivbetts geopfert wird. Die ARD berichtete darüber in ihrer Sondersendung "Brennpunkt" um 20:15 Uhr.
  • Trennt man die Normalversorgung von Patienten nicht von der Pandemieversorgung von CoVID-2019-Erkrankten, werden immer mehr Patienten unversorgt ihrem Schicksal überlassen.
  • Die vorhersehbar steigende Zahl erkrankter und verstorbener Ärzte wird weitere Lücken reißen. Der Mangel an Übung, beispielsweise in der Tumorchirurgie und in der Angiografie, wird die Qualität der Krankenversorgung nachhaltig senken, wenn sich ab jetzt alles nur noch um CoVID-2019 dreht.
  • Bald wird es kaum noch Krankenhäuser und Arztpraxen geben, in denen Patienten nicht durch SARS-CoV-2 gefährdet sind.
  • Trotzdem wird die Behandlung der schwer an CoVID-2019 Erkrankten in einigen Wochen nicht mehr möglich sein. Unser Gesundheitswesen steht dann vor dem Zusammenbruch.
  • "Wir können uns das leisten", sagt Finanzminister Scholz. Was können wir uns leisten, Herr Scholz?
  • Tatsächlich ist fraglich, wie lange es dauern wird, bis auch nur der wirtschaftliche Schaden des Strategiemangels wettgemacht werden kann. Viele Menschen stehen schon jetzt - nach nur 10 Tagen der Beschränkung ihres Geschäftsbetriebs - am Rande der finanziellen Existenz. Wie lange soll das so gehen? Wozu machen wir das?
  • Ebenfalls gestern wurde im Handelsblatt und auch in der ARD eine Diskussion geführt, die im Ergebnis auf eine Aussetzung von Art. 3 GG hinauslaufen kann. Wollen wir das?
  • Wir brauchen eine Strategie.
  • Im Grunde müssten alle Menschen (ggf. sogar mehrmals) auf SARS-CoV-2 getestet werden, sobald dies möglich ist (Methode Hubei). Zumindest aber müsste man sich der Kenntnis der wirklichen Infektverteilung mit Methoden der Marktforschung nähern (zufällige Auswahl nach statistischen Gesichtspunkten; Dank an A.H.)
  • Spezialteams und Spezialzentren müssen gebildet werden.
  • Schutzausrüstung und andere Ressourcen müssen gezielt eingesetzt werden.
  • Parallel dazu brauchen wir den Medizin-Normalbetrieb. Wären wir konsequent, könnten wir die Pandemie beherrschen. Nur so hätte die Beschränkung des Lebens der Menschen einen Sinn.

Phasen und Maßnahmen während einer Epidemie

Nichts Neues: leider nichts

notwendiger Schutz für Angehörige des Gesundheitswesens

  • SARS-CoV-2 ist hochkontagiös. CoVID-2019 ist gefährlich für unsere Patienten und für alle Angehörigen des Gesundheitswesens.
  • Wir beschreiben heute, was Sie unbedingt tun müssen, um sich an SARS-CoV-2 nicht anzustecken. Wenden Sie diese Regeln in Ihren Praxen und in Ihren Krankenhäusern ausnahmslos an oder behandeln Sie bei CoVID-2019 nicht.
  • Dulden Sie keinerlei Nachlässigkeit. Gehen Sie auf keinerlei Kompromiss ein ("Versorgungsmangel", "Sondersituation", "Panikmache"; "Das geht auch so.").
  • Wer Sie ohne hinreichenden Schutz mit einem CoVID-2019-Patienten zusammenbringt, handelt mindestens fahrlässig. Zeigen Sie ihm unsere Seite.
  • Wenden Sie sich an Ihre Gewerkschaft und suchen Sie Hilfe bei Fachanwälten für Arbeitsrecht, falls man Sie wissend zur Gefährdung Ihres Lebens und des Lebens Ihrer Kollegen drängen will.
  • Beachten Sie auch unseren Management-Plan für die Pandemie.

Pandemie-Management-Plan: erweiterte Version

  • In den letzten 48 Stunden haben wir vor allem Behandlungsberichte und Studien ausgewertet (Danke und willkommen, Markus Endler). Nach und nach erhalten wir dadurch immer bessere Daten zur Epidemiologie von SARS-CoV-2. Wir wollen rechtzeitig vor der Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts am Sonntagabend damit fertig sein. Die verfügbaren Studien sind allerdings wissenschaftlich minderbefriedigend. Es kann also sein, dass wir Ihnen nur zeigen können, warum wir derzeit noch nicht wissen können, was wirklich wahr und richtig ist.
  • Wir haben unser Netzwerk von Multiplikatoren und Ansprechpartnern weiter ausgebaut (Danke, Lisa Nätscher).
  • Unser Pandemie-Management-Plan wurde um zwei weitere Aspekte erweitert (Dank an Prof. Dr. Alexander Teichmann).
  • Sicher bleibt: Ihr regionales Krankenhaus ist für Sie derzeit ein gefährlicher Platz. Noch gibt es auch kein einziges CoVID-2019-Zentrum in Deutschland. Wir raten Ihnen: Bleiben Sie zu Hause.
  • Beachten Sie unsere Seite zur Diagnostik von CoVID-2019. Melden Sie sich aber, wenn Sie verdächtige Beschwerden haben.
  • Bleiben Sie - wie vereinbart - täglich mit uns in Kontakt, wenn Sie CoVID-2019-Patient unserer Praxis sind. Wenn wir Ihre Behandlung einer Verschlechterung rechtzeitig anpassen, erhöht das Ihre Chance, einen kritischen Verlauf zu vermeiden.

CoVID-2019-Zentren in Deutschland

  • Mit den Menschen im Gesundheitswesen muss man sorgsam umgehen. Was nutzt eine um 28000 gesteigerte Zahl an Intensivbetten, wenn es keine Intensivpfleger und Intensivmediziner mehr gibt?
  • Wer Pflegekräfte und Ärzte ungeschützt mit SARS-CoV-2 konfrontiert, setzt deren Leben und Gesundheit aufs Spiel.
  • Personal im Gesundheitswesen ist wertvoll und knapp. Schutzausrüstung ist das auch.
  • Deshalb entwickelten wir unser Pandemie-Management-Konzept.
  • Heute fand in Rosbach eine erste Besichtigung statt. Hier gibt es ein verfügbares Industrieobjekt mit Hallen und Parkplatz, Umzäunung und Laborräumen und mit vielen Einzelzimmern. Es gibt auch einen engagierten Eigentümer, der dem Bürgermeister der Stadt, in der unsere Arztpraxis liegt, eine für drei Monate kostenlose Nutzung als Hilfe in der Pandemie angeboten hat. Danke, Ralf Spuck.
  • Parallel dazu werden gerade mehrere Gespräche mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie mit Vertretern von Bundesbehörden geführt.
  • Ziele: bestmögliche Hilfe für die Erkrankten, Schutz und Hilfe für die Helfer, sparsamer Ressourcen-Gebrauch

CoVID-2019: besondere Risiken

  • In den Medien geistert seit Tagen die Behauptung herum, Ibuprofen sei gefährlich für Patienten mit CoVID-2019. Nach ein paar offensichtlichen Falschmeldungen in Sozialen Medien griffen nun sogar die FAZ und Die WELT eine entsprechende Agenturmeldung von dpa auf. Man bezog sich auf einen angeblichen Fachartikel in The Lancet, der aber nur eine Art Brief an die Herausgeber mit einem Forschungsvorschlag war.
  • Richtig ist, dass SARS-CoV-2 an ACE 2-Rezeptoren bindet. Darüber berichten wir seit geraumer Zeit.
  • Richtig ist auch, dass Patienten mit Bluthochdruck zumeist Medikamente bekommen müssen, die mit diesem Rezeptor interagieren. Hierzu gehören sowohl Ramipril als auch die in meiner Praxis bevorzugten Sartane.
  • Auch Ibuprofen interagiert mit ACE 2. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Agens an ACE 2 binden kann.
  • Der Brief an The Lancet enthält aber keine Warnung, sondern nur eine interessante Idee und er fordert zu Forschung auf. Der sonst so kluge Sprecher der WHO hätte das besser auch so gesagt.
  • Liebe Patienten mit Bluthochdruck meiner Praxis, während der Pandemie gehören Sie bei mir in Patientengruppe D3. Liebe Patienten, die Ibuprofen einnehmen, halten Sie sich bei Schmerzmitteln generell zurück. Lassen Sie sich aber nicht irre machen. Bangemachen gilt nicht. Vor die Schlussfolgerung haben die Götter die Forschung gesetzt.
  • Ich lobe heute Abend Die ZEIT. Sie hat besser als die anderen Zeitungen den Unterschied zwischen Vermutung und Tatsache sichtbar gemacht.

Robert-Koch-Institut erwartet katastrophale Bettensituation

  • Die ZEIT berichtete um 18.04 Uhr, aufgrund der vom Robert-Koch-Institut erwarteten Fallzahlen sei in Deutschland die Verdopplung der der vorhandenen Intensivbetten nötig. Derzeit geht man von 28000 vorhandenen Intensivbetten insgesamt aus. 25000 von diesen seien zur Beatmung von Patienten geeignet.
  • Es fehlen demnach 28000 Intensivbetten zur Bewältigung der erwarteten Patientenzahl.
  • Größere Hallen, Hotels und Rehabilitationseinrichtungen müssten außerdem "für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe" aus-, auf-, und umgerüstet werden.
  • Die Schätzergebnisse des Robert-Koch-Instituts liegen damit um ein Vielfaches über unseren hier publizierten Einschätzungen.
  • Wir verweisen auf unseren Management-Plan zur Beherrschung der Pandemie.

Neue Pandemie-Strategie dringend notwendig

  • Derzeit sollen in Deutschland alle Ärzte und alle Krankenhäuser alles machen: Normalbetrieb plus Pandemie.
  • Dafür gibt es zu wenig Personal, zu wenige Schutzvorrichtungen, keine einheitlichen Ablaufpläne und zu wenig Verbrauchsmaterial.
  • Erste Krankenhäuser geben Hygieneprozeduren auf. Erste Notaufnahmen behandeln CoVID-2019-Verdachtsfälle ohne persönlichen Schutz. Handschuhe werden sogar an mancher Universitätsklinik inzwischen schon in der Mikrobiologie rationiert. Dabei haben die eigentlichen Versorgungsprobleme noch gar nicht begonnen.
  • Seit dem letzten Wochenende wenden sich Ärzte und Intensivpflegekräfte aus mehreren Kliniken in Deutschland mit erschütternden Berichten an uns.
  • In wenigen Wochen wird unser Gesundheitswesen am Ende sein, wenn der Kampf gegen SARS-CoV-2 weiterhin ohne Spezialisierung geführt wird.
  • Würde die Bundeswehr am ersten Tag eines Verteidigungsfalls alle Kräfte einsetzen?
  • Würde die Feuerwehr sämtliche Mitarbeiter in einen Brand laufen lassen?
  • Würde die Polizei einem Banküberfall mit jedwedem Uniformierten begegnen?
  • Viele Menschen werden nach unserer Einschätzung sterben, wenn wir nicht besser handeln. Auch viele Ärzte und viele Krankenpfleger werden darunter sein.
  • Das muss nicht sein. Wir unterbreiten den verantwortlichen Politikern heute zeitgleich in mehreren Ländern eine Strategie mit Aussicht auf Erfolg.
  • Die Diskussion ist eröffnet. Helfen Sie mit!

keine harmlose Krankheit - viele Todesfälle abzusehen

Auch Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité hat jetzt nochmals vor einer verheerenden CoVID-2019-Welle in wenigen Woche gewarnt.
Auch er forderte die sofortige Aufstockung der Zahl der Intensivbetten.
  • „Im Herbst wird es kritisch, das ist klar. Dann wird es in den Kommunen zahllose unerkannte Fälle geben, weil die Gefahr im Sommer aus dem Blick gerät“, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Ich erwarte dann eine schlagartige Zunahme der Corona-Fälle mit schlimmen Folgen und vielen Toten.“
  • „Wir müssen jetzt mit Hochdruck mehr Kapazitäten an Intensivbetten schaffen, sonst wird es zu schwierigen Entscheidungen kommen“, verlangte Drosten. „Wen wollen wir dann retten, einen schwer kranken 80-Jährigen oder einen 35-Jährigen mit einer rasenden Viruspneumonie, der binnen Stunden sterben würde und bei künstlicher Beatmung binnen vier Tagen über den Berg wäre?“, fragte Drosten. „Vieles spricht dafür, dass es solche Fälle geben wird, in denen auch in Hubschrauberreichweite kein Gerät bereit wäre“, warnte er: „Das ist kein Alarmismus, der mir manchmal vorgeworfen wird. Das sind keine Horrorszenarien, sondern wird Realität werden, wenn es zu einer schnellen Ausbreitung kommt.“
  • „Es ist nicht mehr angebracht, die Lage zu verharmlosen. Wir stehen vor einer bislang nicht gekannten Bedrohungslage und können nicht absehen, was das bedeutet. Wir haben jetzt noch etwas Zeit für Planungen und Investitionen, die wir nicht vertrödeln dürfen. Wir müssen verdammt aufpassen.“

Im Gegensatz zu Prof. Drosten glaube ich nicht, dass es im Sommer eine Verminderung der Infektionsausbreitung geben wird. Im Iran breitet sich das Virus gerade bei 25°C und Sonnenschein aus.