Gerinnungshemmung: nicht immer mit DOAK

Apixaban (Eliquis®), Dabigatranetexilat (Pradaxa®), Edoxaban (Lixiana®/Roteas®) und Rivaroxaban (Xarelto®) sollten von Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom aufgrund eines möglicherweise erhöhten Risikos für rezidivierende thrombotische Ereignisse nicht eingenommen werden. Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom (insbesondere sogenannte Hochrisikopatienten), die zurzeit mit DOAK zur Prävention thromboembolischer Ereignisse behandelt werden, sollten ihre Medikation auf Vitamin-K-Antagonisten umstellen lassen.

Warnung 2 vor Fluorchinolonen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat das Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen von Chinolon- und Fluorchinolonhaltigen Antibiotika bewertet. Diese Nebenwirkungen betreffen den Bewegungsapparat (z. B. Tendinitis, Sehnenruptur, Myalgie, Arthralgie) sowie das periphere und zentrale Nervensystem (z. B. periphere Neuropathie, Schlaflosigkeit, Depression). In Deutschland zugelassen sind nur die Fluorchinolone Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin. Es werden folgende Empfehlungen gegeben:
  • Fluorchinolone sollten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung im Einzelfall angewendet werden.
  • Fluorchinolone sollen nicht angewendet werden
  • zur Behandlung von nichtbakteriellen (z. B. nichtbakterielle [chronische] Prostatitis) und selbstlimitierenden Infektionen (z. B. Pharyngitis, Tonsillitis, akute Bronchitis);
  • bei leichten bis mittelschweren Infektionen (z. B. unkomplizierte Zystitis, Exazerbation einer chronischen Bronchitis und chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, akute bakterielle Rhinosinusitis, akute Otitis media), außer wenn andere Antibiotika ungeeignet sind;
  • zur Prävention von Reisediarrhoe oder rezidivierenden Infektionen der unteren Harnwege;
  • bei Patienten, die zuvor schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Chinolon- oder Fluorchinolon-Antibiotikum hatten.
  • Bei älteren Menschen, eingeschränkter Nierenfunktion, nach Organtransplantation und bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden ist Vorsicht geboten, da das Risiko einer Fluorchinolon-induzierten Tendinitis und Sehnenruptur erhöht sein kann. Die gleichzeitige Anwendung von Kortikosteroiden und Fluorchinolonen sollte vermieden werden.

Warnung bei hormoneller Kontrazeption allgemein

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnte in einer Mitteilung vom 21.01.2019 vor Depressivität bis hin zur Suizidalität bei Frauen, die hormonelle Kontrazeptiva einnehmen. Damit verbunden war nicht etwa die Aufforderung, auf diese Art der Empfängnisverhütung generell zu verzichten, sondern der Rat, im Fall depressiver Verstimmungen bei gleichzeitiger Einnahme der "Pille" ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Omega-3-Fettsäuren schützen nicht vor Herzinfarkt.

Omega-3-Fettsäuren sind als Nahrungsergänzung sehr beliebt. Einige Kardiologen empfehlen ihre Zufuhr sogar als Medikament. Eine Cochrane-Studie bewies nun, dass die Einnahme von langkettigen, im Fisch enthaltenen, Omega-3-Fettsäuren vor allem durch Nahrungsergänzungsmittel wahrscheinlich kaum einen oder gar keinen Unterschied im Risiko für Herzkreislauferkrankungen, koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Herz-Unregelmäßigkeiten ausmachen. Auch zeigte die Einnahme von Omega-3 wenig oder keine bedeutsame Wirkung auf das Sterberisiko jeglicher Ursache.
Auch der Verzehr von der in pflanzlicher Nahrung enthaltener Omega-3-Fettsäure (ALA) hat wahrscheinlich
wenig oder gar keine Wirkung auf Herzkreislauf-bedingte Todesfälle oder Todesfälle jeglicher Ursache. Der Verzehr von mehr ALA reduziert jedoch wahrscheinlich minimal das Risiko von Herzunregelmäßigkeiten.

Warnung vor kombinierten hormonalen Kontrazeptiva

Eine Metaanalyse von vier Beobachtungsstudien kam zu dem Ergebnis, dass kombinierte hormonale Kontrazeptiva (KHK), die Dienogest und Ethinylestradiol (DNG/EE) enthalten, mit einem leicht erhhten Risiko fr vense Thromboembolien (VTE) assoziiert sind im Vergleich zu KHK, die Levonorgestrel und Ethinylestradiol (LNG/EE) enthalten.
Basierend auf diesen Ergebnissen wird das j
hrliche Risiko fr eine VTE bei Frauen, die DNG/EE verwenden, auf 8‐11 VTE‐Flle pro 10.000 Frauen geschtzt.
Zum Vergleich: Bei Frauen, die ein KHK anwenden, welches Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat enth
lt, liegt die jhrliche Inzidenz bei 5‐7 VTE‐Fllen pro 10.000 Frauen, und bei Nichtanwenderinnen kombinierter hormonaler Kontrazeptiva bei 2 VTE‐Fllen pro 10.000 Frauen.