April 2020
March 2020
February 2020
June 2019
May 2019
April 2019
January 2019
December 2018
November 2018

Ein Desaster

  • In Deutschland werden bislang etwa 3% alle nachgewiesenermaßen mit SARS-CoV-2 Infizierten auf der Intensivstation behandelt. Das wird nicht so bleiben. Aus Italien, aus Frankreich und aus China wissen wir, es werden fast 10% aller Infizierten sein. Wir folgen mit allen Zahlen unseren Nachbarn in Italien und in Frankreich.
  • Im Moment haben wir vermutlich 71000 nachgewiesen Infizierte. Es ist unklar, wie lang die Zeitspanne zwischen Infekt-Diagnose und Aufnahme auf die Intensivstation im Schnitt ist. Erwarten Sie in den nächsten zwei Wochen aber weitere 5500 Intensivpatienten mit CoVID-2019 in Deutschland. Wenn dies so kommt, sind Mitte Mai alle Intensivbetten belegt.
  • Etwa 20% der CoVID-Intensivfälle erleiden ein Lungenversagen (ARDS). Wir erwarten also zunächst 1400 langfristig Beatmete im April 2020. 85% von ihnen werden innerhalb der folgenden drei Monate sterben. Viele, die überleben, tragen schwere Lungenschäden davon.
  • Ohne einschneidende Veränderungen wird unser Gesundheitssystem noch bis Ende Mai funktionieren.
  • Dies ist keine Neuigkeit. Alles steht bereits seit zwei Monaten in allen Fachzeitschriften. Auch der Aufruf zu strategischem Handeln ist nicht neu.
  • In Berlin werden jetzt Isolationszentren gebaut. Das Klinikum rechts der Isar in München ist sogar schon einsatzbereit. Hessen folgt irgendwann nach.

Kassenpraxen frei von SARS-CoV-2

  • Hessische Kassenärzte müssen Patienten mit Sorgen wegen SARS-CoV-2 ab dem 09.03.2020 nicht mehr in ihren Praxen behandeln. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen und das Hessische Sozialministerium einigten sich auf die Einrichtung mehrerer zentraler Anlaufstellen, die für die Kassenärzte im Rahmen des Sicherstellungsauftrags der KV für alle Patienten geöffnet werden.
  • Maßnahmen und Methoden selbst ändern sich nicht.
  • Es werden lediglich die Kassenpraxen entlastet, was natürlich sinnvoll ist. Die Eindämmung einer Epidemie bei gleichzeitiger Gefährdung der Praxen war unmöglich.

WHO und Kultusministerium warnen

  • Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnte heute Personen in Gruppen mit höherem Risiko, Menschenmassen und andere Orte mit erhöhtem Infektionsrisiko zu vermeiden.
  • Er twitterte: „Wenn Sie 60 Jahre alt sind oder eine Grunderkrankung wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Diabetes haben, besteht ein höheres Risiko für die Entwicklung einer schweren #COVID19. Vermeiden Sie überfüllte Bereiche oder Orte, an denen Sie mit kranken Menschen interagieren könnten.“
  • Auch das Hessische Kultusministerium forderte gestern die Hessischen Schulleiter auf, Gefährdungen dieser Art zu vermeiden. „Eltern sollten dahingehend beraten werden, die Entscheidung ber die Teilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer SARS-CoV-2-Infektion nicht ohne Rcksprache mit einem Arzt zu treffen.“ (Blatt 2 Abs. 3 des Schreibens 960.060.070-00030 vom 03.03.2020)
  • Das heißt aber auch, die Eltern sollen eine Entscheidung treffen. Eltern von Kindern mit besonderem Risiko und Kinder aus Familien mit einem Mitglied mit solchem Risiko sollten den Hinweis des Kultusministeriums sehr ernst nehmen, zumal unsere Schulen trotz der absehbaren Konsequenzen nicht geschlossen werden. Für Kindergärten gilt der Hinweis analog.
April 2020
March 2020
February 2020
June 2019
May 2019
April 2019
January 2019
December 2018
November 2018